Rochelle hat darauf geantwortet...
Bei allen wichtigen Entscheidungen im Leben habe ich mich stets vom Heiligen Geist führen lassen. Diese Führung wird uns auf ganz unterschiedliche Weise zuteil. Bei mir ist es so: Ich habe einfach ein gutes Gefühl bei einer Entscheidung, oder ich vernehme sozusagen Worte im Kopf, oder ich verspüre ein warmes Gefühl, das mich mitunter sogar zu Tränen rührt. Jedenfalls bin ich mir in diesen Fällen sicher, dass die Richtung stimmt.
Eine ganz große Entscheidung stand damals an, als wir uns dazu entschlossen, unseren Sohn zu adoptieren. Diese Idee stammte wirklich nicht von mir, sondern Gott hat mich durch den Heiligen Geist auf diesen Gedanken gebracht.
Ich habe drei Kinder mittels Kaiserschnitts geboren und ein weiteres Kind im zweiten Drittel der Schwangerschaft verloren, und so sagte mir mein Arzt, ich dürfe keine Kinder mehr haben. Das war mir, offen gesagt, auch recht. Unser Ältester hat eine Behinderung, und dann die beiden Mädchen – da geht es ohnehin schön rund! Ein Jahr nach der Geburt unserer Jüngsten saß ich einmal im Turnsaal und schaute mir im Fernsehen eine Dokumentation über Mädchen in chinesischen Waisenhäusern an. Und mir kam eine Stimme in den Sinn: „Das wäre auch etwas für dich.“ Diese innere Stimme schien ganz unvermittelt zu mir zu sprechen. Und ich wusste: Der Heilige Geist ließ uns dadurch wissen, dass wir ein Kind adoptieren sollten.
Überspringen wir jetzt die nächsten anderthalb Jahre: Mein Mann und ich waren einmal zu Besuch bei meinen Schwiegereltern, nachdem wir mit meinen Eltern einen einwöchigen Campingurlaub verbracht hatten. Und bei diesem Besuch bei unseren Lieben brachte mein Mann plötzlich die Rede aufs Adoptieren – weil er wusste, dass die Familie das Allerwichtigste im Leben ist. Und dadurch wurde die Sache auf einmal brandaktuell! Kühne Träume sind eine Sache – aber sie in die Tat umzusetzen, das ist etwas anderes. Das jagte mir wirklich Angst ein!
Als wir wieder daheim in Texas waren, betete ich, um zu wissen, was wir tun sollten. Und die Antwort war so konkret und unmissverständlich, dass für mich ganz klar war, was wir unternehmen sollten. In meinem Kopf kreisten Worte, die nicht von mir stammten. Sie klangen eher wie Schriftstellen. Ich hatte mich zum Beten niedergekniet und stand nun mit tränenüberströmtem Gesicht auf. Von diesem Moment an war meinem Mann und mir klar, dass wir ein Kind mit einer Behinderung adoptieren würden. Ich hoffte auf einen Jungen mit Downsyndrom, etwa im Alter unseres Sohnes. Durch die Behinderung unseres Ältesten hatten wir ja schon viel gelernt. Und es gibt so viele behinderte Kinder, die darauf warten, in eine Pflegefamilie vermittelt zu werden. Sie alle brauchen Zuwendung und ein permanentes Zuhause.
Vier Tage später fand ich auf der Homepage einer Fast-Food-Kette einen Link zu einer Agentur, bei der ein Junge zur Adoption freigegeben war. Er war einen Monat jünger als unser Ältester und hatte Downsyndrom. Mein erster Gedanke war: „Diesen Jungen könnte ich lieb gewinnen.“ Mein Mann tanzte gerade im Wohnzimmer mit den Kindern herum, und ich stellte mit vor, wie dieser Junge mit von der Partie wäre. Ich zeigte meinem lieben Mann die Homepage, und er hatte dasselbe Gefühl.
Es dauerte dann noch etwa acht Monate, bis wir unseren Jungen mit heimnehmen durften. Alles war anfangs ein bisschen verzwickt, doch ich spürte, wie Gott es möglich machte, dass wir unseren Sohn zu uns nehmen durften. Er spricht nicht, und er braucht Windeln – manche Tage sind daher recht mühsam. Aber dass ich weiß, dass Gott es so für uns vorgesehen hat, macht auch diese Tage erträglicher. Dadurch bin ich zuversichtlich und spüre, dass ich es schaffen kann. So wirkt der Heilige Geist bei mir. Die Angst, die anfangs vorhanden war, ist allmählich verschwunden, weil ich weiß, dass Gott diesen Weg für uns vorgesehen hat.
Dadurch, dass ich mich auf den Heiligen Geist verlassen habe, spüre ich, um wie viel besser Gottes Plan ist als alles andere, was ich mir hätte ausdenken können. Die Segnungen, die Gott für mich und meine Familie bereithält, zeigen sich immer deutlicher. Sie reichen bis in die Ewigkeit.
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