Jarem hat darauf geantwortet...
Kurz vor Ende meiner Mission traf ich eine Frau, die sich seit neun Jahren mit der Kirche befasst hatte. Sie hatte sich gleichzeitig auch mit mehreren anderen Religionen beschäftigt. Sie teilte mir mit, dass sie sich nun taufen lassen wolle – doch zuerst wolle sie mir ein paar Fragen stellen. Von ihrer ersten Frage war ich sehr überrascht. „Macht Ihr Vater Holzarbeiten?“, fragte sie. „Ja“, erwiderte ich. Ich fand die Frage etwas merkwürdig. „Haben Sie ihm als Kind manchmal bei der Arbeit geholfen?“, fragte sie als Nächstes. Wieder bejahte ich – doch ich fragte mich, wieso sie mir diese Fragen stellte, auf die sie die Antwort anscheinend schon wusste. Ihre nächste Frage machte mich stutzig. „Hatten Sie ein rot-weißes Flanellhemd an, als Sie Ihrem Vater im Holzschuppen halfen?“ Sie merkte, dass mich ihre Frage überrumpelt hatte. Fast zehn Jahre davor war nämlich mein Großvater verstorben. Ich hatte eines seiner Hemden aufgehoben und zog es an, als ich mit meinem Vater im Holzschuppen meines Großvaters ein Modellschiff baute, während wir zwei Wochen auf seinem Anwesen verbrachten und alles regelten. Ich überlegte, ob sie vielleicht meine Familie ausfindig gemacht hatte, die ja auf einem anderen Kontinent wohnte, und so etwas über meine Kindheit erfahren hatte.
Sie konnte mir meine Verwirrung ansehen und fuhr fort: „Ich sollte Ihnen wohl erklären, weshalb ich Sie das gefragt habe. Als ich die Missionare vor neun Jahren kennenlernte und im Buch Mormon las, betete ich und fragte Gott, ob ich mich dieser Kirche anschließen solle. Nach dem Gebet lag ich still im Bett. Ich schloss die Augen, und plötzlich sah ich ein Bild vor mir. Es war ein Vater mit seinem Sohn, die in einem Holzschuppen arbeiteten. Der Sohn war noch im Kindesalter und trug ein rot-weißes Flanellhemd. Ich konnte ihre Stimmen nicht hören, doch ich war ganz überwältigt von dem Gefühl, dass dieser Junge einmal auf Mission gehen und mich taufen würde. Ich wusste nicht, dass es neun Jahre dauern würde, doch als Sie mich zum ersten Mal besuchen kamen, wusste ich sofort, dass Sie dieser Junge waren.“ Sie ließ sich am letzten Tag meiner zweijährigen Mission in England von mir taufen.
Es war ein sehr lohnendes Erlebnis dabei zu sein, wie jemandem die gleiche Freude zuteilwurde, die ich in meinem Leben hatte. Welch besseren Grund könnte es geben, unseren Mitmenschen zu dienen, als an ihrer Freude teilzuhaben und zu wissen, dass der Herr sich über jede Seele freut, die zu ihm kommt – so wie diese liebe Schwester. Wir gehen auf Mission, weil wir unseren Erlöser Jesus Christus und unsere geistigen Brüder und Schwestern liebhaben.
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